Jun 12, 2019
Stina Schmidt
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Endlich frei atmen!

Sobald ein Neugeborenes das Licht der Welt erblickt, beginnt es zu atmen. Ab diesem Zeitpunkt hört es damit nicht wieder auf – bis zu seinem Tod. Interessant ist, dass die Lunge im Mutterleib keinerlei Funktion hat. Sie ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, die bei der Geburt herausgepresst wird. Das Baby beginnt zu atmen.

Ein Erwachsener macht rund zwölf Atemzüge pro Minute ohne darüber nachzudenken. Bis zu 20.000 Mal am Tag wird die Lunge also gefüllt und geleert. Dabei versorgt sie euch mit lebenswichtigem Sauerstoff.

Geht also hinaus, atmet ein und tankt Sauerstoff! Bewusst zu atmen pflegt eure Haut, sorgt für eine bessere Durchblutung, senkt das Stress- Risiko, hilft gegen Schmerzen und ist gesund. Falsches Atmen hingegen kann euch schädigen. Doch wie atmet ihr richtig und was ist falsch?

Dieser Frage haben wir uns heute einmal gestellt und verraten euch, wo ihr am besten frei atmen könnt, wie sich euer Körper nach der letzten Zigarette selbst heilt und wie ihr endlich besser durchatmen könnt, wenn ihr schnarcht, hyperventiliert oder bei Bankdrücken noch schnell ein paar Gewichte stemmen wollt.

So könnt ihr endlich frei atmen!

Mit Asthma keine Selbstverständlichkeit

Doch Gründe, warum jemand nicht frei atmen kann, gibt es viele. Auch wenn ihr 24 Stunden am Tag atmet und das für sieben Tage in der Woche, kann euch trotzdem die Luft wegbleiben. Der automatische Vorgang ist zwar ständig vorhanden, deswegen aber noch lange nicht selbstverständlich.

Menschen, die Asthma haben können davon ein Lied singen. So selbstverständlich es für Andere ist n Ruhe zu atmen, ist es für Asthma- Patienten nicht. Sie bekommen Atemnot, Husten und müssen Angst haben zu ersticken. Angenehm ist es ganz sicher nicht, wenn sich die Atemwege verengen und die Betroffenen keine Luft mehr bekommen.

In solch einer Situation hilft oft nur noch Asthma- Spray. Es wirkt, indem es in Sekundenschnelle die Bronchien weitet und dem Betroffenen ermöglicht, wieder zu atmen. Wer regelmäßig etwas tun möchte, um nicht zwangsläufig auf Asthma- Spray angewiesen zu sein, setzt auf Sport. Auch wenn Sport zuerst einmal eine Belastung ist und ihr langsam anfangen und euch langsam steigern solltet.

Die regelmäßige, körperliche Belastung verbessert die Sauerstoffaufnahme. Zudem wird die Luftmenge, die bei jedem Atemzug genommen und wieder ausgeatmet wird, größer. Im Falle eines Asthma- Anfalls bringt es euch also viel, wenn ihr mehr Sauerstoff und mehr Luft aufnehmen könnt, denn so habt ihr nicht das Gefühl zu ersticken.

Schnarchen belastet

Schnarchen kann genauso eine Belastung sein wie Asthma. Der Schnarchende schadet nämlich nicht nur demjenigen, der sein Schnarchen hört, sondern auch noch sich selbst. Dabei ist es bei manchen Menschen nur ein leises Geräusch, bei anderen hingegen hört es sich an wie eine Baustelle mit Kreissäge.

Schnarchen ist für alle Betroffenen keine angenehme Sache. Doch egal, wie sich das Schnarchen anhört, es hat grundsätzlich die gleiche Ursache. Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur im Gaumen und im Rachen. Die oberen Atemwege werden enger.

Trotzdem muss die gleiche Menge Luft in die Lungen hinein. Sie hat jetzt aber weniger Platz, um hindurch zu kommen. Die Strömungsgeschwindigkeit steigt. Das Schnarchen entsteht, wenn die Luft durch die engen oberen Atemwege läuft, die Zunge, den Gaumen, die Seitenwände und das Zäpfchen passieren muss. Es entsteht ein Schwingen und das Schnarchgeräusch.

Schlimmer aber ist es, wenn ihr die ganze Zeit Schnarchgeräusche hört und das Schnarchen auf einmal aussetzt. Das sind sogenannte Schlafapnoe, mit denen auf keinen Fall zu spaßen ist. Wer dies bei sich beobachtet, sollte dringend zum Arzt gehen.

Tatsächlich merkt ihr es bei euch selbst, denn wenn ihr unter Schlafapnoe leidet, wacht ihr oft schweißgebadet und nach Luft schnappend auf, weil euer Körper droht im Schlaf zu ersticken. Ein Gang zum Arzt ist unumgänglich. Aber keine Angst, es gibt genügend Möglichkeiten die Krankheit behandeln zu lassen.

Hyperventilieren ist nicht frei atmen

Aus Angst fangen manche Menschen an zu hyperventilieren. Der Atem wird schnell und tief, aber die Betroffenen haben trotzdem das Gefühl, dass nicht genug Luft in die Lunge kommt. Sie atmen noch schnell, was zum Teufelskreis führt.

Wenn jemand hyperventiliert, kommt zwar mehr Sauerstoff in die Lunge, aber es wird zu viel CO2 wieder ausgeatmet. So sinkt die Konzentration des CO2 im Blut und der pH-Wert steigt. Das kann zu Muskelkrämpfen und im schlimmsten Fall sogar zur Bewusstlosigkeit führen.

Das Einzige, was hilft, ist in konzentriertes Atmen. Es sollte langsam und bewusst sein. In eine Tüte zu atmen, kann helfen, nicht zu viel Sauerstoff einzuatmen. Wenn ihr bemerkt, dass jemand hyperventiliert, solltet ihr beruhigend auf ihn einreden und ihm das Gefühl geben, dass alles normal ist. Nur so bekommt sich die Person nach einiger Zeit wieder ein.

Pressatmung tut auch nicht gut

Doch auch Sportler tun sich keinen Gefallen, wenn sie falsch atmen. Gerade bei hohen Gewichten stemmen Männer diese am Ende des letzten Satzes noch nach oben, indem sie die Luft anhalten. Mit der sogenannte Pressatmung wollen Kraftsportler an ihre Leistungs- und Belastungsgrenze und darüber hinaus gehen.

Auf den ersten Blick scheint es zu funktionieren, auf den zweiten Blick aber ist es gefährlich. Diese Atemtechnik lässt den Blutdruck stark ansteigen und das kann sogar zu Bewusstlosigkeit führen. Besser ist es auszuatmen, wenn die Bewegung am anstrengendsten ist und erst wieder einatmen, wenn die Belastung geringer wird. So schafft ihr es auch, hohe Gewichte zu stemmen.

Wieder richtig durchatmen

Je mehr ihr euch bewegt, desto mehr Sauerstoff benötigt ihr. Wenn ihr also beim Sport einen hohen Puls bekommt, atmet ihr automatisch öfter und tiefer. Das normale Atemvolumen in Ruhe beträgt rund 0,5 Liter. Bei jemandem, der sich bewegt, kann es bis um das Fünffache ansteigen. Doch wer nicht richtig atmen kann, sollte öfter einmal etwas für sich tun.

Mit dem Rauchen aufhören zum Beispiel. Wer seine letzte Zigarette geraucht hat, merkt schnell positive Veränderungen auf den Körper. Nach nur zwölf Stunden sinkt der Kohlenmonoxidspiegel im Blut, die Sauerstoffkonzentration steigt. Die Organe bekommen wieder mehr Sauerstoff. Nach nur drei Monaten reagiert die Lunge positiv auf die Veränderung. Raucherhusten und Kurzatmigkeit lassen nach.

Den Schmerz wegatmen

Ja, das geht tatsächlich. Der einfachste Beweis dafür ist die Geburt. Beim Geburtsvorbereitungskurs wird der werdenden Mutter die richtige Atemtechnik beigebracht, um den Schmerz der Wehen besser zu ertragen.

Ein guter Atemrhythmus ist nicht nur bei Wehen ein guter Haltegriff, sondern auch bei Stress, Überforderung und allen anderen Schmerzen. Wer richtig und bewusst atmet, kann sich selbst helfen.

Auch bei Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen oder Rückenschmerzen hilft die bewusste Atmung. Dabei stellt ihr euch vor, dass ihr den Schmerz wegatmet. Dazu atmet ihr gefühlt in die Stelle, in der es gerade pocht, konzentriert euch darauf und atmet lange ein.

So wirkt ihr gegen den Teufelskreis aus Muskelanspannung und Angst vor dem Schmerz entgegen, indem ihr ihn bewusst wegatmet. Dafür solltet ihr langsam einatmen und bewusst wieder ausatmen. Das verhindert, dass es zum Hyperventilieren kommt.

Nach wenigen Atemzügen werdet ihr merken, dass der Schmerz gefühlt weniger wird, dass eure Muskel sich entspannen und dass ihr weniger Stress habt. Die Atemtechnik könnt ihr immer benutzen, wenn ihr kleine Schmerzen habt.

Bei großen Schmerzen wirkt sie zwar auch, aber ihr solltet dann trotzdem zum Arzt gehen. Starke Schmerzen sollten nicht ignoriert werden und sind ein Warnsignal des Körpers. Die Ursache muss behandelt werden. Ihr könnt zwar kurzfristig den Schmerz wegatmen, aber solltet trotzdem auf eine zusätzliche Behandlung setzen.

Waldbaden ist angesagt

Auch ein Ausflug in die Natur kann Wunder bewirken. 370 Liter Sauerstoff produziert ein normaler Laubbaum pro Stunde. 20 Menschen müssten zeitgleich atmen, um diese Menge aufnehmen zu können. Ein Besuch im Wald ist daher eine super Idee. Nicht nur ihr könnt euch im Wald erholen, sondern auch eure Lunge.

Ein Waldspaziergang ist Erholung und Wohltat in einem. Dabei ist es eigentlich egal, ob ihr in den Park, Garten, in die weite Landschaft oder in den Wald geht, denn überall, wo Bäume wachsen und die Natur vollends da ist, fühlt ihr euch wohl.

Eure Lunge wird euch für solche Ausflüge danken, denn hier werden die Atemzüge automatisch tiefer. Ihr könnt wieder besser durchatmen, Blockaden und Verspannungen lösen sich und euer Atem bekommt einen neuen, ruhigen Rhythmus.

Das vegetative Nervensystem reagiert auf Gerüche, auf Geräusche, auf die Entspannung, die durch einen Besuch im Wald entsteht. Zellschäden werden repariert und Energiereserven aufgefüllt. Die gut gefilterte Luft im Wald hat bis zu 90 Prozent weniger Staubpartikel, wodurch sie reiner ist als Luft in der Stadt.

Wer sich Zeit nimmt, durch den Wald zu schlendern, sich Zeit nimmt, bewusst ein und aus zu atmen, wirkt dem Stress entgegen. Eine besonders tiefe, ruhige Bauchatmung wirkt tiefenentspannend. Ganz anders als die hektische, schnelle Atmung, die im Alltag überall zu finden ist.

Doch wie geht die Bauchatmung? Bei dieser Atemtechnik handelt es sich um die gleiche Atmung, die ihr habt, kurz bevor ihr einschlaft. Dabei müsst ihr euch drei Zahlen merken: 4, 7 und 11. Wer richtig tief atmen möchte, um sich zu beruhigen oder endlich einmal wieder tief durchzuatmen, setzt auf 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und 11 Minuten, in denen diese Übung durchgeführt wird.

Klug ist derjenige, der diese Übung im Wald macht und das am besten jeden Tag. Wenn ihr aber keinen Wald in der Nähe habt, reicht auch die Wohnung. Es geht eher darum, ein Bewusstsein für die richtige Atmung zu finden, als sich im Wald zu befinden. Allerdings tut ihr euch etwas Gutes, wenn ihr in den Wald geht und dort diese Atemtechnik durchführt.

Wer regelmäßig diese Atemtechnik durchführt, stärkt seinen Stoffwechsel, seine Durchblutung und damit auch seine Immunabwehr. Wer es richtig macht, kann damit sogar Erfolge gegen Herzschwäche und Asthma feiern, denn die Atemtechnik wird auch therapeutisch eingesetzt.

Gerade Kinder sollten oft in den Wald gebracht werden. Hier erleben sie nicht nur spannende Dinge, sondern atmen auch ganz anders. Sie werden im Alltag ruhiger und so könnt ihr auch viel ruhiger werden. Die Natur ist gut für die geistige Entwicklung und um körperlich und geistig fit zu bleiben. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Also auf in den Wald! Ein Besuch dort hat nur Vorteile!

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